Im Westen nichts neues

Gespeichert von mieschka am Fr., 01/09/2004 - 00:05

Hallo Volk östlich von Köln. Ich habe gekotzt!

Endlich mal wieder! Dabei habe ich mir das überhaupt gar nicht vorgenommen. Ich habe nämlich jetzt vorlesungsfreie Zeit, auch Semesterferien genannt. Oder die Zeit, in der ich zwar auch nicht studieren gehe, aber auch gar nicht könnte, wenn ich wollte.

Nun gut, wie habe ich denn diese glanzvolle Tat vollbracht? Nun, wer nix zu tun hat, säuft ja auch kräftig, und das über alle Maßen hinaus, und so oft es nur geht. Und nach dem Aufstehen erst mal Frühschoppen. Da bleibt es nicht aus, dass man auch irgendwann gar nicht mehr einschätzen kann, ob man jetzt voll, nüchtern oder schon tot ist. Ich bin vorher noch nie beim kacken vom Pott gefallen. Selten so gelacht. Nun ja, dabei wollte ich doch nur ein bisschen die mächtigen STRANDGUT gucken, Nachwuchs aus unserer Heimat. Die haben vor den NITRO JUNKIES gespielt, netter Skatepunk von netten Jungens, die eine ewig lange Tourliste haben.

Überhaupt höre ich viel STRANDGUT, das Demo nennt sich „Strandgut im Takkatukkaland“, und der „Hit“ darauf ist „Sportler“ (am meisten hasse ich Sportler, Sportler sind Scheiße!). Und wenn nicht gerade SOCIAL DISTORTION mit „Story of my life“, „Sick Boys” und “Ball and Chain” in genau dieser Reihenfolge rauf und runter läuft, dann laufen die Kölner SELFMADE MILLIONAIRES, die nicht nur Konsequent ihre eigene Homepage ignorieren, sondern auch noch den Kracher „Du Arsch“ im Gepäck haben (Verdammte Zeit hau ab du Arsch, warum bist Du nie zufrieden, warum willst du alles). Zu so Texten spielt man halt Gitarre, wenn man früher bei KNOCHENFABRIK Schlagzeug gespielt hat!

Natürlich dürfen die übermächtigen DIE THE ATOMAREN ÜBERMENSCHEN nicht fehlen, mit dem Überkracher „God Bless Mike Ness“, und mein Gitarrensolo wird artig immer zwei Mal gehört! Mann, bin ich geil! Aber nicht so geil wie die Kölner FUCK A DUCK mit dem Smasher „Oi Oi Straßenbahn“ vom Demo „Ente Roh“ (Oi Oi Straßenbahn, wir wollen in die Kneipe fahren, Oi Oi Kneipe fahren, wo bleibt denn die Scheiß Straßenbahn). Da gibt es nur eine Kapelle, die das toppen kann: DIE BOCKWURSCHTBUDE mit „Oi!kalyptusbonbon“, wo der Titel bereits den ganzen Text repräsentiert.

Einmal losgerockt, nie mehr gestoppt!

Dann ist erst mal Rotz und Speichel pur dran, die Kölner KINGS OF LAS VEGAS, mit ihrem neuen, zweiten Demo „Wrecked but ready to go“. Lieber Himmel, was ein geiler Name, was eine geile Band, was ein Hit: „Demolition Joyride“ (I´m moving through the night, and I know that I´ll feel fine after my Demolition Joyride). Weiter mit Rotze: INTEROZITOR mit „Phonebooth“, Krach im Quadrat.

Natürlich zum runterkommen SCHROTTGRENZE mit „Reibung, Baby“, um dann ganz weich zu werden und RETARDED CHAMBER DOGS´ „Rotten Soul“ reinzulegen, um danach die D-SAILORS mit „The Devil stole my saxophone“ abzufeiern, die im übrigen dazu auf ihrer Seite ein Video anbieten, in dem sie zeigen, wie geil es doch in Brasilien war. Säcke! Und der doofe Caddy von den mächtigen WOHLSTANDSKINDERN war auch noch dabei, zum abfeiern erst mal „Rock ´n Roll Opa“ hören.

Groß geworden sind die ja auf dem Label „Vitaminepillen“, und der Labelnachwuchs heißt LAKANUKIE, wo erst mal „Almost famous“ aufgelegt wird. Mit denen haben wir CHEFDENKER auch schon gespielt, Tappingsolo von „Sinn des Lebens“ hören, und mit dabei waren die mächtigen DELIKAT da hinten aus oirer Gegend. Aber ne Platte haben die immer noch nicht geschickt, selber schuld.

Dann müssen wir halt nach Spelle ausweichen, wo die grandiosen SUPERFREUNDE herkommen (hast du schon mal ein intelligentes Gespräch geführt, ich schon, aber noch nie mit einer Frau). Scheiß Sexisten in BHs und Strapsen, dafür gibt’s erst mal die Mädelsband DIE PARASITEN mit „Neue Männer“ (ich sprühs auf jede Wand neue Männer braucht das Land), und danach direkt Deutschermädchenpunkpoprock LILI mit „Farin U.“ (Ich hab sein Poster an der Wand und sein Photo in der Hand, ich hab sein Bild im Portemonnaie damit ich ihn auch immer seh). Der Mann von der Gitarristin spielt bei 3 AGAINST GRAVITY, Hit „Universe by foot“ hören. Die hatten früher mal ne andere Band, im Stil von TURBONEGRO, „Get it on“ einlegen.

Wer von Rock redet, kommt nicht um „Love at first fright“ von den MURDERDOLLS herum, aufdrehen. Dieser Gitarrist wiederum spielt bei SLIPKNOT Schlagzeug, „Peple = Shit“ abfeiern. Schon ist der Bogen zum Metal geschlagen, und im Fernsehen läuft gerade PINK, das wird aber nicht gehört, da hört der Spaß nämlich auf, aber die Bassistin von PINK hat eine Metalband (!) mit Namen FIREBALL MINISTRY. Davon hab ich nix, Mist! Dann muss es halt „Warriors of the World” von MANOWAR tun. Ah, True Metal tut so gut! Fast so gut wie RAGING SPEEDHORN´s „Mandan“ und PANTERA´s „Fuckin Hostile“. Mann, ich hab PANFUCKINTERA früher fast so viel gehört wie MEGADETH, „Skin o´ my teeth“ auflegen.

Und wo wir gerade bei Zähnen sind: Letztens war ich beim Zahnarzt. Ich dachte mir ich hab ja jetzt Zeit, wenn er jetzt ein paar von den Dingern rausholt, dann kann ich wenigstens schön mit einer dicken Backe zu Hause liegen, rumjammern, und mich von meiner Frau gesund pflegen lassen. Mit anderen Worten: Die muss dann Bier kaufen gehen.

Nun gut, ich also Termin gemacht, hin, und ich war wirklich zu allem bereit. Vor allem für diese geile Betäubungsspritze, die einem den Unterkiefer runterfallen lässt, so dass man stundenlang alles und jeden vollsabbert. Und reden kann man dann auch nicht mehr, cool, wenn dann jemand anruft. Der hält einen dann wieder für besoffen.

Ja egal. Ab auf den Zahnarztstuhl, duftiges Aroma rundherum, der Typ guckt sich alles an. Dann redet er irgend einen Kauderwelsch, den man nicht versteht. Und ich freue mich schon, das es gleich losgeht. Dann sagt er: „Alles in Ordnung. Wiedersehen.“ und verpisst sich. Ich wäre dem beinahe an den Hals gesprungen, was soll das denn bitte? Ich verlange hier eine ordentliche Behandlung mit allem drum und dran. Wofür bezahlt schließlich die Gesellschaft meine Krankenversicherungsbeiträge?

Scheiße.

Ja. Dann konnte ich wieder nach Hause gehen. Toll. Hab ich „Bob der Baumeister“ geguckt. „Tolle Geschichten rund ums Baggern, Schaufeln und Reparieren“. Die Folge hieß „Rumpel und sein Anhänger“.

Rumpel soll Bauer Gurke eine Ladung Schotter bringen, Knolle fährt auf dem Anhänger mit. Aber Knolle ist so blöd und löst den Anhänger, der dann den ganzen Berg runtersaust, und sogar alleine schwierige Kurven meistert. Das war vielleicht spannend. Nicht umsonst hängt ein Poster von Bob über meinem Bett.

Alles was ich damit sagen will, ist, hier gibt es nichts noies. Aber bald gehen CHEFDENKER wieder auf Tour, endlich. Und in der Woche mache ich jetzt Sport, igitt, auch wenn Sportler Scheiße sind, aber dafür weiß man am Wochenende endlich wieder, das man einen im Kahn hat.

Und bis dahin kann man ja Musik hören. Prost.

The Kollege